Vitamin B6 (Pyridoxin)
Jeder sechste Mensch hat einen Mangel an Vitamin B6
Experten schätzen, dass nahezu jeder sechste Mensch einen Vitamin B6- bzw. Pyridoxin-Mangel hat und dementsprechend unter Symptomen leidet, die recht unterschiedlich ausfallen können. Über 100 Störungen der Befindlichkeit, Beschwerden und Erkrankungen sind laut spezialisierten Biochemikern auf das nicht in ausreichendem Masse vorhandene Vitamin B6 / Pyridoxin zurückzuführen..
Vitamin B6 (Pyridoxin) und der Eiweissstoffwechsel
In der Erforschung der Aufgaben, Funktionen und Wirkungen von Vitamin B6 im Organismus sind vor allem in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gewonnen worden, was an den immer besseren und präziseren Analysemethoden und -geräten liegt. Pyridoxin erfüllt nicht nur eine Aufgabe im Organismus, sondern wie die vielen anderen Vitamine auch: viele. Die wichtigste Leistung vollbringt Vitamin B6 allerdings im Eiweissstoffwechsel, genauer im Stoffwechsel der Aminosäuren, den „Bausteinen“ der Eiweisse.
Einfach gesagt: Die Verarbeitung von Eiweissen in unserem Körper funktioniert nur richtig, wenn auch Pyridoxin in ausreichender Menge vorhanden ist. Vitamin B6 brauchen wir somit zur Verdauung von Eiweiss, fehlt es, kommt es zu Eiweissmangel. Essen wir zu oft Eiweiss z. B. in Fleisch oder Wurst, dann kann es sein, dass Vitamin B6 aus anderen Körperbereichen (z.B. Darm oder Leber) „abgezogen“ wird, um der Eiweissverdauung zu dienen und es fehlt dann in den anderen Bereichen. Letztlich handelt es sich um ein sehr komplexes Zusammenspiel zwischen Vitamin B6 und der Eiweissverwertung.
Stress wirkt sich auf den Pyridoxin-Haushalt aus
Körperlicher und seelischer Stress betreffen den modernen Menschen im Übermass. Die in der Nebennierenrinde ausgeschütteten Stresshormone (Glukokortikoide) kurbeln den Eiweissstoffwechsel massiv an und sorgen damit dafür, dass das Vitamin B6 im Höchstmass verbraucht wird. Die Folge ist, dass Pyridoxin für die vielen enzymatischen Prozesse, an denen es beteiligt ist, nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht. Für gestresste Menschen empfiehlt sich also immer eine Supplementierung mit Vitamin B6. Allerdings sollte es nicht einzeln eingenommen werden, sondern immer nur im Zusammenspiel mit den anderen Vitaminen des Vitamin B-Komplexes: Thiamin, Riboflavin, Niacin, Cobalamin, Pantothensäure, Biotin und Folsäure.
Vitamin B6 und die Nerven
Vitamin B6 sorgt für die Stimulierung der Versorgung des Gehirns und der Nervenzellen mit Glukose (Traubenzucker). Fehlt Glukose, kommt es zur sogenannten Hypoglykämie mit all ihren unangenehmen Folgen: Schwache Nerven, ständige Müdigkeit, Schlafstörungen, Mutlosigkeit u. ä.
| Funktionen von Vitamin B6 im Stoffwechsel |
| Vitamin B6 oder Pyridoxin ist ein Coenzym der Proteinsynthese, Erhaltung des normalen Blutzuckerspiegels, Niacinbildung aus Tryptophan, Aufbau von Nervensträngen, Hämoglobinsynthese, Neurotransmittersynthese |
| Welche Faktoren können den Bedarf an Vitamin B6 erhöhen? |
| Schwangerschaft, Stillzeit, schnelles Wachstum, hoher Kaffee- und Alkoholkonsum, erhöhter Proteinverzehr, Rauchen, hohes Alter, Pille, chronische Erkrankungen, chronische Verdauungsstörungen |
| Mögliche Konsequenzen bei Mangel an Pyridoxin |
| Hautstörungen v.a. Nase, Hals, Mund, Ohren, Geschlechtsorganen, Stomatitis, Anämie, Menstruationsschmerzen, Muskelzuckungen, Krämpfe, abnormale Hirnströme, Depressionen, Kopfschmerzen |
| Vorkommen von Pyridoxin in der Natur / Nahrungsmitteln |
| Leber, Kartoffeln, Bananen, Linsen, Spinat, Bierhefe, Weizenkeime, Soja, Avocado, Fisch, Hafervollkorn, Hirse, Vollkornreis |
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